Beate Leßmann
Kinder, die drei Jahre lang ihren besten Text für die Veröffentlichung "Beste-Texte-Heft" ausgewählt haben, stellen sich bereits innerlich ein und erwarten diese auch. Einzelne Kinder informieren mich bereits im Februar darüber, dass sie bereits mit dem Schreiben ihres "besten Text" starten. Wieder stützt der authentische Kontext die Schreibmotivation.
Im oberen Bereich sehen Sie Texte passend zu einzelnen Interviews, im unteren Bereich die Texte der anderen Kinder.
Texte einzelner Kinder
Texte der anderen Kinder
"Machen wir dieses Jahr wieder ein "Beste-Texte-Heft"?" Die Kinder erinnern sich gerne an ihre besten Texte und die Veröffentlichungen. Ist Besuch in der Klasse, werden die beiden Beste-Texte-Hefte der vorigen Schuljahr stolz gezeigt, Und die Erinnerung an die Autorenlesungen, in denen die Kinder ihre Texte aus dem Buch - auf einem mit einem Samttuch geschmückten Vorlesethron - der Klasse vorstellen, ist auch ein Jahr später noch in Erinnerung. Situationen voller Stolz und Glück vergisst man nicht.
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Texte einzelner Kinder
Texte der anderen Kinder
Wieder soll ein Heft mit dem besten Text eines jeden Kindes entstehen. Dafür suchen die Kinder selbst ihren besten Text aus, die ersten KInder beginnen, die Texte sprachlich oder inhaltlich zu überarbeiten, weil sie ihn noch optimieren wollen. Mit der TKK (Text-Korrektur-Karte) kontrollieren und korrigieren die Kinder sich selbst, so gut sie können, gerne auch zu zweit. Für meine abschließende rechtschriftliche Korrektur kopiere ich den Text, sodass ich mit einem farbigen Stift alles frei für die Abschrift des Textes korrigieren kann. Mit der TKK schreiben die Kinder ihre Texte ab, die dann als Buch - mit einem Einleitungsschreiben von mir - zusammengestellt und kopiert werden. Die Kinder freuen sich auf die Autorenlesung, in der sie ihre Texte vorstellen. Sie sind vor allem gespannt darauf, die Texte der anderen zu hören.
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Texte einzelner Kinder
Texte der anderen Kinder
Auch wenn die Zeit es manchmal nicht zuzulassen scheint - eine regelmäßige Schreibzeit zahlt sich aus. Die größer werdenden Schüler:innen empfinden die Schreibzeit als Freiraum, um sich dem Eigenen zu widmen. Es kommen neue Themen hinzu, die Gespräche in Autorenrunden verbinden wie in den Jahren zuvor Persönliches mit Fachlichem. Die Klasse agiert als Gemeinschaft von Autor:innen, die sich vertraut geworden sind - und auch die Texte ihrer Mitschüler:innen gut kennen. Spätestens im 4. Schuljahr kann die Autorenrunde neuen Wind gebrauchen. Die Text-Hand bündelt, was bisher als Schreibgeheimnis reflektiert wurde, und weitet den Blick auf weitere Besonderheiten des Textes (wie etwas die Gestaltung der Sätze). Mit diesem Werkzeug und vor allem mit ihren umfangreichen Schreiberfahrungen sind sie gut auf die weiterführenden Schulen vorbereitet. Ihre Texte und die Erfahrungen mit dem Schreiben sind Teil ihres Lebens geworden.
Beispiele aus dem Unterricht
Im 3. Schuljahr ist die Schreibzeit zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Kinder freuen sich darauf, Texte der Mitschüler:innen zu hören. Manchmal bitten sie andere, doch einen Text in der Autorenrunde vorzustellen, da es sich schon herumgesprochen hat, dass hier etwas Lustiges, Spannendes oder Interessantes wartet. Viele Kinder schreiben an "ihren" Themen, bilden einen eigenen Stil aus oder entwickeln Figuren, die in neuen Texten weiterleben. Die anderen können es machmal kaum erwarten, die Fortsetzung eines Textes zu hören. So wird die Schreibzeit zum Nährboden für den Austausch über Eigenes in der Gruppe.
Beispiele aus dem Unterricht
Im 2. Schuljahr ist die Schreibzeit zum verlässlichen Raum geworden. Wie bei einem guten Ritual findet die Schreibzeit immer am selben Tag statt. Jeweils beginnen wir mit einer Autorenrunde, in der ein Kind einen Text vorstellt, über den wir dann gemeinsam sprechen. Der Blick richtet sich immer auf das Gelungene in einem Text, Schreibgeheimnisse werden entdeckt udn Textsorten anhand der eigenen Texte erarbeitet. Die KInder entwickeln so mehr und mehr Textwissen, das in die Autorenrunden einfließt, aber auch in ihre Texte. Manche Formulierungen, aber auch Themen, Figuren oder Orte wandern so durch die Klasse.
Beispiele aus dem Unterricht
Die Schreibzeit beginnt in der ersten Schulwoche, wenn jedes Kind sein eigenes Tagebuch feierlich überreicht bekommt und die Anlauttabelle vorgestellt wird. Gemeinsam schreibe ich mit den Kindern die ersten Wörter. Sobald sich ein Kind zutraut, alleine mit der Lauttabelle zu schreiben, braucht es nicht mehr mit der Gruppe zu schreiben. Irgendwann schreiben alle ohne meine Hilfe - alleine oder zu zweit. Von Anfang zeigen die Kinder sich untereinander, was sie im Tagebuch gearbeitet haben, und begutachten ihre Arbeiten gemeinsam wie auf einem "Marktplatz". Das sind die Anfänge von Autorenrunden, die im Laufe des ersten Schuljahrs zum verlässlichen Einstieg in die Schreibzeit werden. Am Ende des Schuljahrs wird das erste Buch mit eigenen Texten von allen aus der Klasse veröffentlicht. Stolz sind die Kinder auf sich - und ich als Lehrerin genauso.













































































































































