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Schreiben nach Hören - Schreiben nach Gehör - Lesen durch Schreiben

Da es immer wieder Unsicherheiten und Rückfragen zum "Schreiben nach Gehör" oder "Schreiben nach Hören" gibt, habe ich Informationen zur Arbeit mit einer Anlauttabelle zusammengestellt. In den Ausführungen verbinden sich Perspektiven der Praxis, der Fachdidaktik und der Forschung.

Meine Kurzfassung: Schreiben und Rechtschreiben gehören von Anfang an zusammen!
Sie finden hier Argumente für einen Weg, der Kompromisse sucht und Methoden verbindet.

Fragen und Antworten zur Anlauttabelle (Ausdruck als A4-Einzelseiten oder als A5-Broschüre)

Individuelle und gemeinsame Lernwege im Deutschunterricht

Mut zur Schreibzeit – Mein persönlicher Weg zurück zur eigenen Überzeugung

Ein erster Kontakt und eine bleibende Faszination

Zum ersten Mal begegnete ich dem Konzept der freien Schreibzeit von Leßmann während meines Referendariats. Mein Weg dorthin war etwas anders: Ursprünglich hatte ich fürs Gymnasiallehramt studiert, entschied mich dann aber doch für den Quereinstieg der Grundschule. Die freie Schreibzeit war mir bis dahin völlig fremd.
Es war keine Methode unter vielen, sondern ein Ansatz, der mich sofort fesselte ...

... vielleicht auch, weil meine damalige Studienleitung Silke Theurich uns nicht nur theoretische Grundlagen vermittelte, sondern bewegende Geschichten aus der Praxis erzählte.

Die Vorstellung, Kindern regelmäßig Raum für eigenes Schreiben zu geben – ohne strikte Themenvorgaben, begeisterte mich. Ich spürte sofort: Hier geht es nicht nur um Textsortenwissen und Schreibkompetenz, hier geht es auch um Persönlichkeitsentwicklung.

Dabei dachte ich auch an meine eigene Schulzeit zurück: Wie ich es liebte, einfach losschreiben zu dürfen, ohne Vorgaben, ohne Druck. Heute scheint diese Kreativität durch den Einfluss digitaler Medien immer seltener zu werden – umso wichtiger erschien es mir, diese zu bewahren.

Als ich die freie Schreibzeit zum ersten Mal in meiner ersten Klasse einführte, geschah etwas Besonderes: Die Kinder schrieben voller Begeisterung, entwickelten eigene Geschichten, stellten Fragen, tauschten Ideen aus. Sie wuchsen über sich hinaus. Am meisten berührte mich, wie stolz sie ihre Texte präsentierten – und wie sehr ich durch diese Einblicke in ihre Gedankenwelt auch sie selbst besser kennenlernte. Die Methode stärkte nicht nur ihre Schreibkompetenz, sondern auch unsere Beziehung.

Ein neuer Start – und ein Gefühl der Unsicherheit
Der Wechsel nach dem Referendariat an meine neue Schule brachte einen Bruch. Es handelt sich um eine Perspektivschule mit ganz anderen Herausforderungen: Heterogene Klassen, Sprachbarrieren, viele Kinder mit negativen Schreiberfahrungen. Niemand im Kollegium arbeitete mit der freien Schreibzeit. Es gab keine Kollegen, an die ich mich hätte anlehnen können mit dem Konzept. Ich war neu, unsicher und noch unerfahren. Das Schreiben in meiner Deutschklasse war von Frust geprägt – Freude kam auf.

Der Umweg über das Schreibflüssigkeitstraining
In meinem Bemühen, die Kinder zu fördern, griff ich zunächst unter anderem auf das Schreibflüssigkeitstraining wie zum Beispiel nach Afra Sturm zurück. Es brachte gewisse Erfolge: Die Schreibrate stieg, einige Kinder gewannen Sicherheit. Doch etwas fehlte. Die Kinder waren nach wie vor unmotiviert und sahen keinen Sinn im Schreiben. Ich spürte: Schreiben ohne Herz ist für mich nur halber Unterricht.

Die Rückkehr zu meinen Überzeugungen – und ein neuer Mut
Ich wusste, dass die freie Schreibzeit funktioniert. Ich hatte es selbst erlebt und doch hielt mich die Angst zurück, als Einzige im Kollegium einen anderen Weg zu gehen. Eines Tages entschied ich mich: Ich  versuche es. Ich führte die freie Schreibzeit wieder ein – mit einer festen wöchentlichen Schreib- und Rechtschreibzeit, individueller Schreibberatung und den geliebten Autorenrunden.

Die Veränderung kam schnell
Die Kinder brachten eigene Themen mit, von abenteuerlichen Fantasiegeschichten über persönliche Ereignisse bis hin zu Minecraft-Texten. Manche Texte rührten mich zu Tränen, andere sorgten für Gänsehaut. Für viele wurde das Schreiben ein sicherer Ort, eine feste Routine und Struktur, wo sie Ängste, Sorgen und Träume teilen konnten. Die Kinder trainieren ihre Schreibflüssigkeit nun mit bedeutungsvollen Inhalten: ihren eigenen Texten.
Heute höre ich fast täglich die Frage:

„Frau Pauls, wann ist wieder Schreibzeit?“
Kinder, die früher kaum einen Satz schreiben wollten, fiebern diesen Stunden entgegen. Die Autorenrunden fördern Respekt, Zuhören und wertschätzendes Feedback. Die Kinder sehen gegenseitig die individuellen Erfolge. Für mich persönlich bedeutet es ein Wohlfühlen in meinen neuen und doch so alt vertrauten Strukturen. Dieses Gerüst schenkt mir die Stabilität, nach der ich gesucht habe.

Mein Fazit – und mein Appell
Die Rückkehr zur freien Schreibzeit war mehr als eine methodische Entscheidung. Es war ein Schritt zurück zu meiner eigenen Lehrerpersönlichkeit. Ich habe gelernt:
Unsere Überzeugungen sind nicht nur für uns wichtig – sie können auch für unsere Schüler und Schülerinnen den entscheidenden Unterschied machen. Manchmal bedeutet pädagogischer
Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Es ist nicht immer leicht und oft zweifelt man. Aber wenn ich nun sehe, wie die Kinder in ihrer Sprache wachsen, wie sie stolz auf ihre Texte blicken und sich
gehört fühlen – dann weiß ich:

Es war richtig.

Tabea Pauls 

Mehr lesen von Tabea Pauls: https://www.instagram.com/lehrer.cafe/

Die erwähnte Studienleiterin Silke Theurich kann man übrigens auf dieser Honepage in den Praxisbeispielen hautnah im Unterricht erleben.

Netzwerk Praxis

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Für die Weiterentwicklung von Unterricht ist es gut, von und mit anderen zu lernen. Hier finden Sie Adressen von Kollegen/-innen für den direkten  Austausch, für Unterrichtshospitationen und für Fortbildungen an Ihrer Schule.

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Hier finden Sie zu allen Ideen die passenden Arbeitsmittel und Vorlagen für Ihren Unterricht. Für Aus- und Fortbildner/-innen stehen außerdem Präsentationen und Material für Veranstaltungen bereit.

Filme Unterricht

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Kurze Filme aus dem realen Unterricht laden Sie ein, aus der Nähe mitzuerleben, wie Kinder auf individuellen und gemeinsamen Wegen lernen. Interviews mit Kindern geben Einblicke in ihre Gedanken und Lernprozesse.

Schreiben nach Hören - Schreiben nach Gehör - Lesen durch Schreiben

Da es immer wieder Unsicherheiten und Rückfragen zum "Schreiben nach Gehör" oder "Schreiben nach Hören" gibt, habe ich Informationen zur Arbeit mit einer Anlauttabelle zusammengestellt. In den Ausführungen verbinden sich Perspektiven der Praxis, der Fachdidaktik und der Forschung.

Meine Kurzfassung: Schreiben und Rechtschreiben gehören von Anfang an zusammen!
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Kontakt

 

Individuelle und gemeinsame Lernwege im Deutschunterricht.
Das Leßmann-Konzept!

 
Dr. Beate Leßmann
Eichhörnchenweg 14
23617 Stockelsdorf
Schleswig-Holstein
Deutschland

Telefon: +49 (451) 8806361

E-Mail: info@beate-lessmann.de

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