Schüler und Schülerinnen, die schreiben dürfen, was ihnen wichtig ist, erleben, dass ihre Gedanken, Erfahrungen, Stimmungen, Haltungen, Meinungen und Interessen wertvoll sind. Sie setzen sich schreibend mit grundlegenden Fragen des Lebens auseinander.
Die eigenen Texte mit anderen zu teilen, heißt lernen, mit dem Eigenen in die Öffentlichkeit zu gehen und zugleich, sich in die Welt der anderen mitnehmen zu lassen.
Sich mit dem eigenen Text zu präsentieren, heißt auch, Verantwortung für das Eigene zu übernehmen. Schreiberinnen und Schreiber, die erleben, welche Wirkung sie mit ihren Texten bei anderen erzielen können, nehmen diese Verantwortung wahr und entfalten sich - als Erzählende, als Tröstende, als Denkende, als Informierende, als Mahnende...

Der Unterricht hilft, diesen Weg zu gehen und die entsprechenden fachlichen Potentiale zu entfalten. Er stellt Räume bereit, die eigenen Gedanken zu einer ersten Textidee reifen zu lassen, diese zu verschriften (Tagebuch bzw. Schreibbuch), die Textwirkung innerhalb der Klasse zu erproben (Autorenrunde) und so lange an Inhalt und Form zu feilen (Schreibkonferenz), bis der Schreiber oder die Schreiberin sich sein oder ihr Werk ganz zu eigen gemacht hat und es in eine überzeugende äußere Form bringen kann (Schreibzeit). Mit diesem Text geht der Autor oder die Autorin schließlich in die Öffentlichkeit, um sich selbst auszudrücken, andere zu unterhalten, zu informieren oder auch, um an die Klasse oder die Gesellschaft zu appellieren. Schreiben ist also im höchsten Maße identitätsbildend.

Im Kontext eines solchen sinnstiftenden Schreibens im Unterricht wächst die Klasse zur Schreibergemeinschaft zusammen. Durch den Austausch über persönliche Erfahrungen und kulturelle Werte erwächst auch eine gemeinsame Identität als Autorengemeinschaft. Teilhabe wird zum beglückenden Erleben jedes Einzelnen und der Gruppe.

Schreiben in diesem Sinn heißt, persönliche und fachliche Potenziale zu entfalten.

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